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Politik & Gesellschaft
Der 17. Juni - kein Tag wie jeder andere
Wie jedes Jahr erinnert der Deutsche Bundestag auch heute mit einer Gedenkstunde an den Volksaufstand in der DDR im Jahr 1953. Am Berliner Mahnmal für die Opfer des Aufstandes legen Vertreter der Bundesregierung und des Landes Berlin Kränze nieder.
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Leipzig: sowjetischer Panzer vor Gebäude des Georgi-Dimitroff-Museums des ehemaligen Reichsgerichtes
Foto:unbekannt / Bundesarchiv
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Jahrelang war der 17. Juni ein deutscher Nationalfeiertag, der nun bei den jüngeren Bevölkerungsteilen zunehmend in Vergessenheit gerät. Nur noch wenige kennen die historische Bedeutung des 17. Juni.
Der 17. Juni 1953 markiert den Höhepunkt einer Welle von Streiks, Demonstrationen und Protesten in der Deutschen Demokratischen Republik, die verbunden mit politischen und wirtschaftlichen Forderungen als „Aufstand des 17. Juni“ oder auch kurz „Volksaufstand“ bezeichnet werden.
Vorausgegangen waren eine Reihe ganze Reihe von Fehlentscheidungen der politischen Führung der DDR aber auch äussere Faktoren wie die Zahlung von Reparationszahlungen aufgrund des II. Weltkriegs an die Sowjetunion. Zusammen mit den direkten und indirekten Militärausgaben im Zuge der von den sowjetischen Behörden forcierten Militarisierung verschlangen diese Posten bereits 20% des gesamten Staatshaushaltes.
Zum Aufbau der Schwerindustrie in der DDR pumpte die Wirtschaftspolitik der SED in diese Bereiche. Damit fehlten dringend benötigte Mittel für die Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie so dass sich nach und nach die Versorgungslage der Bevölkerung verschlechterte.
Nach schlechten Ernten im Herbst 1952 spitzte sich im Frühjahr 1953 die Lage zu. Enteignungen und Bodenreform hatten bereits Mitte der 1940er Jahre zum Verlassen von Höfen geführt. Die der Bodenreform folgende Parzellierung sowie vor allem der Mangel an landwirtschaftlichen Geräten vieler Neubauern machte ein wirtschaftliches Arbeiten aber kaum möglich. Die Folge war eine ernste Ernährungskrise. Der Mangel an Lebensmittel war so groß, dass die Grundnahrungsmittel noch bis 1958 mit Lebensmittelkarten zugeteilt werden mussten.
Diesen schlechten Zeiten versuchte das ZK mit einer Erhöhung der Arbeitsnormen um 10% zu begegnen, was aber de facto einer Lohnkürzung gleichkam. Dies führte bei der ohnehin bereits gebeutelten Bevölkerung zu immer lauter werdenden Protesten, deren Gefahr von der Staatsführung aber offensichtlich unterschätzt wurde.