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Dokumente | Politische Erklärungen Erklärung der LDPD auf ihrem 14. Parteitag am 9.4.1987 über ihre Mitverantwortung für die Entwicklung der KulturUnter der Überschrift „Unser Beitrag zur Gestaltung eines reichen geistig-kulturellen Lebens“ formulierte die LDPD im April 1987, also rund 2 Jahre vor der Wende, auf ihrem 14. Parteitag ihre Vorstellung des Kulturschaffens in der sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik. "Liebe Parteifreundinnen und Parteifreunde! Für das Aufblühen unserer sozialistischen Nationalkultur, für die Qualität sozialistischer Lebensweise engagieren sich immer mehr Parteimitglieder, vor allem Schriftsteller und Künstler, Kunsthandwerker und Kunstwissenschaftler, Volkskunstschaffende und Kulturbundmitglieder, Parteifreunde in den Klubs der Werktätigen, der Intelligenz und der Hausgemeinschaften, in den Dorfklubs und in vielen weiteren ehrenamtlichen Funktionen, nicht zuletzt auch Kulturbeauftragte in unseren Grundeinheiten. Sie alle halfen mit, die kulturpolitischen Orientierungen des 13. Parteitages mit Leben zu erfüllen. Darauf aufbauend und Bewährtes fortsetzend, wollen wir uns neuen Aufgaben zuwenden. In unserem Bemühen werden wir uns von der Schlußfolgerung unseres unvergessenen Johannes Dieckmann leiten lassen und unseren Beitrag zum Kulturfortschritt leisten, “allein gerichtet auf das edelste aller Menschheitswerte und -werke, auf den Frieden”. Das ist nicht denkbar, ohne die ganze Schönheit der sozialistischen Heimat zu verinnerlichen und ihren kulturellen Reichtum zu mehren. In der Aneignung der Kulturschätze der Welt und des progressiven Gedankengutes der besten Denker aller Völker liegen unverzichtbare Elemente für unsere internationalistische Haltung, für die aktive Solidarität, für die Überzeugung, daß der friedliche Wettstreit der unterschiedlichen Gesellschaftssysteme das Zusammenleben der Menschheit bestimmen muß. Die Freundschaft mit der Sowjetunion und den anderen Völkern der sozialistischen Staatengemeinschaft erhält gerade durch das Kennenlernen der kulturellen Eigenarten und Werte immer neue und dauerhafte Bindungen. Wir werden noch stärker als bisher in Rechnung zu stellen haben, daß die kulturelle Entwicklung eng und vielfältig mit der Wirtschafts- und Sozialpolitik verbunden ist, daß sich die Lebensbedingungen der Menschen im Zuge der Meisterung der wissenschaftlich-technischen Revolution ändern und wandeln, daß aber eben die Beschleunigung dieser Prozesse sozialistische Persönlichkeiten braucht, deren Lebensweise massenhaft schöpferische und gesellschaftsgestaltende Fähigkeiten hervorbringt. Daraus ergibt sich logisch: Die weitere Erhöhung des Kulturniveaus der Arbeiterklasse wie auch ihrer Verbündeten bleibt im Zentrum der kulturpolitischen Tätigkeit. Bündnispartner der Arbeiterklasse zu sein, beweist sich in besonderer Weise auch darin, wie wir mithelfen, eine Atmosphäre schöpferischer Unruhe, kritischer Phantasie und weltanschaulicher Bildung zu entwickeln. Wir werden uns auch künftig für die Mitgestaltung der Arbeiterfestspiele, für ein reiches geistig-kulturelles und sportliches Leben in den Städten und Dörfern in der Gemeinsamkeit mit allen gesellschaftlichen Kräften einsetzen. Geistigem Reichtum, gut funktionierenden zwischenmenschlichen Beziehungen und der Beständigkeit im kulturellen Alltag widmen wir unsere Kraft ebenso wie den kulturellen Höhepunkten. Die Mitwirkung bei der ästhetischen Gestaltung der Wohnumwelt einschließlich der Erhaltung und Pflege von Denkmalen ist in vielen Arbeitsprogrammen fixiert und wird unter Mithilfe von Künstlern, Architekten, Denkmalpflegern, Baufachleuten und Handwerkern realisiert. Weitaus mehr Aufmerksamkeit wollen wir jenen Parteimitgliedern zuwenden, die als Leiter oder als Mitglieder von Volkskunstkollektiven sich selbst und anderen zur Freude die künsterische Betätigung und Erlebnisfähigkeit in breiten Schichten des Volkes verankern helfen, die altes Brauchtum pflegen und unsere Wirklichkeit entdecken helfen. Im Kulturbund der DDR engagieren sich viele Liberaldemokraten für anregende Streitgespräche über Wissenschaft und Kunst, für die Ausbildung von Heimatliebe und Geschichtsbewußtsein, also insgesamt für seine immer breiter werdende Wirksamkeit als Massenorganisation kulturell interessierter Bürger. Der XI. Bundeskongreß des Kulturbundes wird neue Orientierungspunkte setzen, die auch unserer Zusammenarbeit, die in den Bezirken und Kreisen häufig auf Arbeitsvereinbarungen beruht, eine höhere Qualität abverlangen. Impulse zur Gestaltung von Gegenwart und Zukunft werden wesentlich von der Kraft gespeist, die wir aus der kritischen Aneignung des Erbes, der Fortführung und Weiterentwicklung progressiver Traditionslinien ziehen. Die LDPD wird sich unter Führung der Partei der Arbeiterklasse daran beteiligen, das anzueignende Erbepotential ständig zu erweitern, zu erschließen und vor allem auch gegen reaktionäre Zugriffe imperialistischer Ideologen zu verteidigen. Der Buchverlag Der Morgen hat mit seinem Editionsprogramm hierzu einen beachtenswerten Beitrag geleistet, der zu weiterer anspruchsvoller Arbeit verpflichtet. Die unserer Partei angehörenden und ihr nahestehenden Künstler, Kunsthandwerker und Kunstwissenschaftler sind bestrebt, den sozialistischen Realismus mit neuen Leistungen und neuen Gestaltungsmitteln zu bereichern. Sie widmen sich dabei Themen, die bisher noch nicht oder wenig bearbeitet wurden. Sie sind mit Leidenschaft und Verstand daran beteiligt, die ganze Differenziertheit des realen Lebens im Sozialismus parteilich und volksverbunden zu gestalten, auf unersetzbare Weise dem Neuen nachzuspüren, Schönes zu entdecken, überholte und alte Denkweisen in Frage zu stellen. Die Künstler in den Reihen der LDPD sehen ihre Parteimitgliedschaft, das Gespräch, den Meinungsstreit, das gesellschaftliche Engagement als geistige Herausforderung und zugleich als Quelle neuer Erkenntnisse an, die erforderlich sind, um auch künftig erfolgreich in diesem Sinne zu wirken. Deshalb wollen wir den fruchtbaren Erfahrungsaustausch mit den unserer Partei angehörenden und ihre nahestehenden Kunst- und Kulturschaffenden in vielfältigen Formen fortsetzen. Die LDPD spricht sich für die Förderung aller Gattungen und Genres der Künste aus, sie sieht darin einen unerschöpflichen Quell und Reichtum der künsterlischen Aneignung unserer Wirklichkeit. Wie nahe erscheinen uns Gedanken, die einst der deutsche Jakobiner Georg Forster formulierte, als er von jeder Dichtung forderte, sie solle lehrreich sein und “uns mit neuen Ideenverbindungen bereichern, das Gefühl des Schönen in uns wecken, unsere geistigen Kräfte üben, schärfen, stärken”. Alle Ausdrucksformen und Gestaltungsweisen sollen für die Ausprägung eines reichen, vielgestaltigen, sinnvollen wie freudvollen Lebens erschlossen werden. Der Künstler muß sein Werk von einem klaren politischen Standpunkt aus einbringen in unsere Zeit und unsere Kämpfe, er muß das Lebensgefühl und die Denkweise von Menschen aufgreifen, bestärken und vertiefen, die den Sozialismus aufbauen und um den Frieden ringen, die der Menschenwürde und der menschlichen Schöpferkraft dauerhaften Raum geben wollen. Die Vergabe von Aufträgen durch unsere Partei an bildende Künstler und Komponisten, die Arbeit unseres Buchverlages Der Morgen mit seinen Autoren wie auch die kritischen und anregenden Beiträge der LDPD-Presseorgane unterstützen dieses Anliegen. Besonders hervorzuheben ist die in unserem Zentralorgan langfristig gestaltete Serie “Künstler in den Kämpfen unserer Zeit”. Kunst vollendet sich erst im Gebrauch, durch die Aneignung der ihr innewohnenden geistigen und ästhetischen Werte, durch den Umgang des Volkes mit ihr. Wir orientieren alle Vorstände auf die stärkere Einbeziehung künstlerischer Aussagen, Kunstdiskussionen und Gespräche mit Künstlern und Kulturschaffenden in die Parteiarbeit, weil wir wissen, wie oft Diskussionen über Kunstwerke uns ins Gespräch über den Sinn des Lebens und des Wirkens in unserer Zeit bringen. Aus all dem leitet sich ab: Wir werden die beiden kulturpolitischen Schwerpunktaufgaben, die seit 1972 unsere Arbeit bestimmen, fortführen. Fortführen bedeutet, die neuen gesellschaftlichen Bedingungen und Anforderungen sowohl zu berücksichtigen als auch mit zu entwickeln, also sowohl bei der Förderung des Kultur- und Bildungsstrebens aller Mitglieder als auch bei der Niveauerhöhung des geistig-kulturellen und sportlichen Lebens in den Wohngebieten immer von der Einbettung der Kulturpolitik in die Gesamtpolitik unseres Staates auszugehen." Quelle:
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