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Leipzigs Wirtschaft im Mittelalter
Die Wirtschaft Leipzigs wurde bereits vor über 1200 Jahren ins rollen gebracht. Leipzig war als die „Stadt der Mitte“, oder auch „Stadt am Kreuz“ bekannt. Gemeint ist die günstige verkehrsgeographische Lage im Herzen Europas. Das „Kreuz“ bestand aus der uralten römischen Reichsstraße „via imperii“ und der „Via regia“.
Die via imperii verläuft von Venedig in Italien über Nürnberg, Hof, Plauen, Altenburg, Connewitz, Leipzig über Wittenberg bis hin nach Berlin und zu den Hansestädten an der Ostsee, aber auch nach Stettin in Polen. Sie verband das römische Reich mit dem Norden und ermöglichte militärische Vorstöße bis über die Ost- und Nordsee hinaus. Die VIA REGIA ist die älteste und längste Landverbindung zwischen Ost- und Westeuropa. Grundstein legte der römische Feldherr Drusus, welcher im 1. Jh. v. Chr. von Mainz aus nach Osten in Richtung Elbe marschierte. Aus dieser Route entwickelte sich in der Folgezeit eine relativ stabile Wegeverbindung. An dieser uralten Reichsstaßenkreuzung auf dem heutigen Richard-Wagner-Platz, wo Gewürze aus dem Orient auf Bernstein aus der Ostsee traf, Sklaven, Felle, Edelsteine und Stahl sich über den Weg liefen, errichteten die Sorben im 7. Jahrhundert den ersten Marktplatz und die Siedlung Lipsk, aus der sich die Stadt Leipzig entwickelte, der spätere Angelpunkt des europäischen Handels. Auf dem südlichen Gebiet des Marktes wurde auf dem späteren Matthäikirchhof die deutsche Hauptburg „urbs libz“ 929 fertig gestellt. Markgraf Otto der Reiche von Meißen erteilte 1165 dem Ort das Stadt- und Marktrecht. Leipzig entwickelte sich ab dem 16. Jahrhundert zum bedeutendsten Umschlagplatz für den Warenhandel mit Pelzen, Metallen, sächsisches Silber und Zinn sowie Seide und Edelsteinen aus aller Welt in Europa. Leipziger Händler übernahmen auch die Führung im Handel mit dem Königreich Polen. Der Leipziger Brühl wurde neben London zum Internationalen Handelszentrum der Pelzwirtschaft. Noch 1913 lag der Anteil der Pelzbranche am Steueraufkommen Leipzigs bei 40 Prozent. Eine die damalige Wirtschaft begünstigende Einführung war 1650 die Herausgabe der „Einkommenden Zeitung“ durch den Leipziger Drucker und Buchhändler Timotheus Ritzsch (1614–1678), eine sechsmal wöchentlich erscheinende Zeitung. Sie gelten damit als älteste Tageszeitung der Welt. Leipzigs Wirtschaft profitierte von dem damaligen Straßenzwang. Der Straßenzwang entstammt dem Handelsrecht des Mittelalters. Er besagt, dass bestimmte Handelswaren von den Kaufleuten nur auf bestimmten Straßen, den „Geleitstraßen“, transportiert werden durften. Städte, welche an diesen Straßen lagen, durften ihr Stapelrecht ausüben. Dieses kaiserliche Stapelrecht erhielt Leipzig im Jahre 1507 zugesprochen. Im Umkreis von ca. 115 Kilometer war es untersagt Messen und Jahrmärkte abzuhalten, oder Warenlager anzulegen. Das Umfahren der Messestadt Leipzig war damit verboten, was natürlich der Stadt viel Geld in die Kassen brachte. Auswertige Händler sahen sich gezwungen ihre Waren wiegen wiegen zu lassen, sie zu verzollen und mindestens drei Tage lang zum Verkauf anzubieten. Davon profitierten nicht nur Gasthöfe, auch die Stadt wurde dank der Steuereinnahmen immer reicher.
Über den Autor: nokiland ist Web-Designer und -Programmierer. Er arbeitet freiberuflich als Entwickler und Webmaster diverser Infotainment Webseiten.
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