Themen | Kirche & Religion
Religion in der DDR
Der Ossi hat theoretisch ja nichts mit dem lieben Gott am Hut. Der „Gott“ der Ossis ist Karl-Marx, glauben vielleicht einige und vielleicht war das damals vereinzelt auch so.
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Meißen: Die Türme des Doms
Foto:Alojado
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Ich aber glaube an den „lieben Gott“. Ich bin der Meinung, alles ist logisch und weltlich erklärbar. Die Entstehung des Universums folgte Gesetzmäßigkeiten, die man letztendlich irgendwann verstehen wird, auch wenn es zur Zeit eher nicht so ausschaut. Letztendlich hat aber der „liebe Gott“ alle Fäden in der Hand, glaube ich. Natürlich rede ich nicht von einer Person als „lieben Gott“. Ich weiß nicht, wie oder als was ich ihn beschreiben soll. Vielleicht ist er eine Art „Naturgesetz“, das über allen anderen steht. Gut, klingt nach Quatsch. Erklärungsversuche liegen im Kopf vor, aber die Worte fehlen. Es ist .... es ist wie eine treibende Kraft, die dafür sorgt, dass alles in die Richtung läuft, in der eine Entwicklung möglich ist. Wären einige Naturkonstanten beispielsweise ein wenig anders - würde es nicht nur kein Leben auf der Erde geben, es würde nicht einmal Materie existieren. Es existiert „irgendeine“ Gesetzmäßigkeit, die dafür sorgt, dass Staub nicht Staub bleibt, wie man es kennt, sondern dass aus Staub, einzelnen Atomen, Sterne entstehen, und die Sterne durch ihre Strahlung wiederum dies und jenes bewirken und am Ende das Zusammenspiel aller Ereignisse in unserer Ecke des Weltalls den Menschen als Produkt präsentierte.
| |  Meißen: Der Innenraum des Doms Foto:Alojado | | |
Zerfall ist man gewöhnt. Sterne sterben, Planeten sterben, Lebewesen sterben. Sterne sterben, wenn der Brennstoff ausgeht. Planeten sterben, wenn die Strahlung der Sonne fehlt, oder der Erdmantel erkaltet. Lebewesen sterben, wenn sie nichts zum Essen haben oder das Verfallsdatum abgelaufen ist. Der Zerfall scheint die Normalität zu sein. Der „liebe Gott“, oder irgendeine „Sache“ sorgt aber dafür, dass dieser scheinbare Zerfall die Geburt neuer Entwicklungen sind. Die Sonne stirbt, aber hinterläßt am Ende wertvolle Materie, aus der Planeten entstehen. Sie „fertigt“ aus Wasserstoff die uns bekannten Elemente. Wenn ein Planet „stirbt“, verschwindet er nicht, er wechselt lediglich seinen Zustand und sagt seinen Bewohnern: „So, es wird Zeit Hotel-Mama zu verlasen, sucht euch jetzt mal eine eigene Bude.“ Und wenn Lebewesen sterben, machen sie nur Platz für neue und ermöglichen durch die vorherige Weitergabe ihres Erbgutes eine Evolution. Um es abzukürzen - da ist irgendetwas, das für eine ständige Entwicklung sorgt, ein Motor, ein Antrieb, eine Gesetzmäßigkeit. Diese Einstellung, dass es da noch etwas gibt, habe ich von meiner Oma. Die Existenz des Guten. Mein Vater hingegen hatte nichts mit Gott am Hut, er war ein hart arbeitender Werktätiger. Partei oder Kirche waren ihm egal. Von ihm habe ich das Faible für Naturwissenschaften. Aber in der DDR glaubten viele an den lieben Gott. Ich habe das Gefühl, dass sie es dabei ernster und ehrlicher meinten. Warum? Heute ist man in der Kirche, weil die Eltern möglicherweise drin sind. Dies wird als Werten vererbt.
| Teil 1: |
Religion in der DDR |
| Teil 2: |
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Über den Autor: nokiland ist Web-Designer und -Programmierer. Er arbeitet freiberuflich als Entwickler und Webmaster diverser Infotainment Webseiten.
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