25.08.10 | nokiland (195) Zukunft ist was unsere Kinder daraus machen

Themen | Politik & Gesellschaft

Zukunft ist was unsere Kinder daraus machen

Gemüse und Obst ist billig in jedem Supermarkt erhältlich. Warum dann selbst welches in der Stadt auf dem Balkon oder Fensterbrett anbauen? Spart man Geld, welche Vorteile ergeben sich daraus?


Unsere Zukunft: gute Schulausbildung für alle Kinder
Unsere Zukunft: gute Schulausbildung für alle Kinder 
Foto:RSM 

In der DDR war der Eigenanbau gang und gäbe. Die DDR gibt es nicht mehr und damalige Gepflogenheiten scheinen nicht mehr zeitgemäß zu sein. Doch gerade darin liegt ein Manko unserer Zeit. Wenn es um die Bildung unserer Kinder geht, muss mehr vermittelt werden, als das Wissen in welchem Supermarkt das Gemüse am billigsten ist und aus welchem Land es kommt. Zur Bildung gehört auch das Wissen um die Entstehung unserer Nahrungsmittel. Das hautnahe Erleben der Nahrungskette. Welche Arbeit ist erforderlich und was muss beachtet werden. Unter welchen Voraussetzungen produzieren Hühner die meisten Eier und was ist für eine ertragreiche Tomaten-Ernte unabdingbar.

Wir alle kennen die alte Umfrage unter Kindern, welche Farbe eine Kuh hat. Die Milka-Generation war teilweise allen Ernstes davon überzeugt, dass Kühe lila aussehen. Sie haben ja nie eine echte Kuh gesehen, wohl aber die lila Milka-Werbung. Es ist ein Armutszeugnis für unseren eingebildeten hoch technologisierten Staat Deutschland. Wir bekämpfen im Labor Pilze mit Viren, aber unsere Kinder haben keine Ahnung wie eine Tomate wächst. Wir umrunden die Erde im Weltall, aber unsere Teenager werden aus Unwissenheit selbst ungewollt zu Eltern. Bei all der Ablenkung durch Nintendo, Wii, Spongebob im TV und Legoland im Kinderzimmer gestatten wir den Medien eine Erziehung unserer Kinder zur „Generation Ahnungslos“.


So lecker sehen Tomaten auf dem Fensterbrett aus
So lecker sehen Tomaten auf dem Fensterbrett aus 
Foto:RSM 

Wir Älteren wissen vielleicht noch wie die Welt funktioniert. Aber vermitteln wir das auch unseren Kindern? Vermitteln wir ihnen unsere Werte? Oder überlassen wir unsere Kinder der Medienlandschaft und hoffen darauf, dass die Medien einem Bildungsauftrag folgen, der eigentlich unser Job ist?

Wir suchen die Bequemlichkeit und Entlastung. Weil wir selber unter Leistungsdruck stehen und kaum Zeit haben. Das bemerke ich auch an mir selber. Outsourcing im Privaten. Die Bildung unserer Kinder wird an die „Bildungsträger“ delegiert. Wenn unser Kind Defizite aufweist, ist es die Schuld der Schule. Die Schule ist Schuld, wenn unsere Kinder nichts Ordentliches lernen. Das aber ist falsch. Die Eltern tragen die Verantwortung für die Bildung ihrer Kinder. Wenn sie merken, dass die jeweilige Schule nicht in der Lage ist die Bildung des Kindes voran zu treiben, müssen die Eltern sich einen Plan machen dieses staatliche Defizit zu bereinigen. Wir können in 15 Jahren nicht unserem Kind erklären: „Die Schule ist Schuld daran, dass Du nun arbeitslos bist, weil sie Dir nicht genug beibrachten!“

In der DDR konnte man sich auf die Bildung durch die staatlichen Träger verlassen. Schon im Kindergarten hatten Erzieher die Pflicht, uns auf das Leben vorzubereiten. Und in der Schule wurde alles getan um den werktätigen Eltern die Erziehung abzunehmen. Nicht ohne Eigennutz. Nur ein unbelasteter Werktätiger ist ein produktiver Werktätiger. Je mehr Sorgen man dem Familienvater abnimmt, je motivierter und produktiver ist er.


Muttie mit Sohn im Garten
Muttie mit Sohn im Garten 
Foto:RSM 

Es gab in der DDR Schulfächer, die heute vergessen sind. In der Grundschule war es die Gartenarbeit. Kinder der 1-4 Klasse pflanzten im Schulgarten Gemüse, Obst und verkauften es zum Wohle der Klassenkasse. Sie steckten Fleiß in die Arbeit und ernteten Moneten. Sie lernten die Arbeit zu schätzen und errangen Wissen. Später fanden sie sich im Fach UTP wieder. Eine Art Praktikum in der Wirtschaft. Schüler erlernten in Betrieben den realen Arbeitsalltag.

Was hat all das mit dem Gemüse auf dem Balkon zu tun? Ganz einfach: Wir vermitteln unseren Kindern Grundlagenwissen, wie unsere Nahrung entsteht und wie wertvoll Lebensmittel sind. Welcher Aufwand hinter 10 Tomaten steht. Das man stolz sein kann auf die eigene Arbeit. Es geht nicht darum dass man 10 Tomaten bei Aldi auch für 1 Euro bekommt. Es geht um die Vermittlung von Wissen und Werten.

Und ganz nebenbei - es lohnt sich. Mit 5 Euro Einsatz und 2 Monate Pflege erhält man kiloweise reine Bio-Produkte.

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Über den Autor:
nokiland ist Web-Designer und -Programmierer. Er arbeitet freiberuflich als Entwickler und Webmaster diverser Infotainment Webseiten.


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