Interflug
Die Interflug, eigentlich „Gesellschaft für internationalen Flugverkehr mbH“, war die nationale Fluggesellschaft der DDR. Sie wurde am 18. September 1958 gegründet und übernahm den Fluggast- und Luftfracht-Charterverkehr der DDR. Daneben fungierte die Interflug als Dachorganisation für alle anderen kommerziellen Luftfahrtaktivitäten des Landes, darunter Agrarflug, Flugsicherung und Flughafenbetrieb.
|
|
Logo der Interflug auf einer Museumsmaschine
Foto:Leut / Wikipedia
|
|
|
Bis 1963 existierte neben der Interflug auch die im Jahr 1955 gegründete „Deutschen Lufthansa“ der DDR. Ab 1963 übernahm die Interflug schließlich den gesamten Luftverkehr.
Die Interflug war auch im Bereich Industrie- und Bildflug tätig. Hierbei kamen speziell ausgerüstete Flugzeuge, anfänglich Antonow An-2, später Let-410, für Vermessungs- und Dokumentationsaufgaben zum Einsatz. Dabei wurden sowohl Luftbildaufnahmen in unterschiedlichen Spektren als auch geophysikalische Messungen durchgeführt.
Eine Besonderheit war der Bereich Kranflug. Die Interflug setzte Hubschrauber für Montagearbeiten in ansonsten schwer zugänglichen Gebieten ein. Bekanntes Beispiel ist der Hubschraubereinsatz bei der Streckenelektrifizierung der Deutschen Reichsbahn, der größtenteils bei laufendem Betrieb erfolgte.
Das Streckennetz umspannte im Jahr 1971 56.000 km. Die Flüge reichten im Liniendienst in die europäischen sozialistischen Staaten, aber auch nach Dänemark, Österreich, Zypern, Libanon, Syrien, Irak, Ägypten, Sudan, Nord- und Westafrika sowie im Charterbetrieb in alle sozialistischen Länder plus Afrika und Asien.
1972 besaß die Interflug im Liniendienst 25 Verkehrsflugzeuge der Typen Iljuschin Il 62 und Il 18, sowie Tupolew Tu 134 und die Antonow An 26, die von der Nationalen Volksarmee im Linienflugverkehr nach Lemberg eingesetzt wurden für den Austausch des beim Bau der „Erdgastrasse Freundschaft“ tätigen Personals..
1983 erreichte das Streckennetz eine Ausdehnung von 122.000 km und die Beförderungsleistung betrug in jenem Jahr 2,3 Mrd Passagierkilometer bei 1,3 Mio beförderten Fluggästen.
Im Jahr 1989 verfügte die Interflug im Betriebsteil Verkehrsflug über 40 Flugzeuge, von denen jedoch nur die drei geleasten Airbus-Maschinen wirtschaftlich zu betreiben waren.
Anfang 1990 stellte Interflug-Chef Klaus Henkes jedoch fest, dass bisher durch die Ticketpreise lediglich die Hälfte der Kosten gedeckt sei und somit erheblicher Subventionsbedarf bestehe.
1991 wurde die Interflug liquidiert. Am 30. April 1991 flog die Tu-134 mit der Kennung D-AOBC den letzten Linienflug der Interflug nach Wien.
Über den Autor: ElDong ist IT-Fachautor und Herausgeber mit Fachgebiet Software-Entwicklung für Windows und das Internet. Er arbeitet freiberuflich als Entwickler und Webmaster diverser Infotainment Webseiten.
|
Kommentare |
|
|
|
|
|
|
|
|
Goldene Hausnummer
Die Goldene Hausnummer war eine Auszeichnung in der DDR für Hausgemeinschaften, die bei der Pflege und Gestaltung ihres Hauses und Wohnumfeldes besonders gute Arbeit leisteten. Sie wurde in einigen ...
|
Forumscheck
DDR-Bürger mussten ab 1979 Devisen in Forumschecks umtauschen, um damit im Intershop einkaufen zu können. Auch als „Zweitwährung“ für Handwerkerleistungen und wirksame Trinkgelder gebraucht. Ein be ...
|
Fernsehen der DDR
Das Fernsehen der DDR (DDR-FS) war das staatliche Fernsehen der DDR. Es strahlte seine ersten Versuchssendungen 1952 aus. Seitdem hatte es sich im gesamten Leben der DDR einen wichtigen Platz erwor ...
|
|
|
 |
|
| Sie vermissen einen Begriff, Wort, Redewendung, Person, Ereignis oder Gegenstand in unserem Lexikon? Sie können helfen; jeder Beitrag von Ihnen ist willkommen. Wir freuen uns auf Sie!
|
|
|
 |
|
Kleinanzeigen aus der DDR |
Lada 1300, Bj.79, 62 Tkm, leichte Rostsch., fahrbar., 12 TM
FFS Chromat für 2000,- verk.
Fernseher Junost 400,-, Verstärker Fera, 400,-, Tuner Fera 300,-, 3 Boxen Corona 300,-, Kass.Deck JVC KDV 11 1500,-, Plattenspiel. JVC 1500,-, Kopfh. Tensai
Verk. Autokass. Radios u, Boxen, neuw., 890,-
|
|  |
|