![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Heinz KeßlerArmeegenereal Heinz Keßler war Armeegeneral in der NVA, Minister für Nationale Verteidigung im Ministerrat und Abgeordneter der Volkskammer der DDR. Er gehörte dem SED-Zentralkomitee, dem Politbüro und dem Nationalen Verteidigungsrat der DDR an. Keßler wuchs in Chemnitz auf. Er besuchte die Volksschule und war Mitglied des Jungspartakusbundes. Seine Eltern waren Kommunisten, die unter den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Sein Vater kam ins Konzentrationslager, die Mutter ins Gefängnis. Nach einer Lehre zum Maschinenschlosser von 1934-1938 und anschließender Arbeit in diesem Beruf diente er ab 1940 im Zweiten Weltkrieg als Soldat der Wehrmacht in einer sächsischen Infanteriedivision. Drei Wochen nach Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion lief er am 15. Juli 1941 zur Roten Armee über. Wenig später führte er eine Kampfgruppe deutscher Kommunisten im Raum Smolensk hinter die deutschen Linien. Es folgten die Ausbildung an der Moskauer Antifa-Schule und Mitbegründung des Nationalkomitees Freies Deutschland (NKFD). Gemeinsam mit den übrigen Mitgründern des Nationalkomitees "Freies Deutschland" (NKFD) unterschrieb auch Keßler das Manifest vom 12. Juli 1943. In der Folgezeit engagierte er sich als einer der wichtigsten Jugendfunktionäre im NKFD und rief als Frontbeauftragter an der Brjansker Front deutsche Soldaten zum Überlaufen auf. Im Frühjahr 1945 kehrte er als Unterleutnant der Roten Armee ins eroberte Berlin zurück. 1945 wurde Keßler Mitglied des Zentralen Antifaschistischen Jugendausschusses und 1946 eines der Gründungsmitglieder der Freien Deutschen Jugend. Er trat der KPD bei, die sich 1946 mit der SPD zur SED vereinigte. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der SED. Es folgte eine FDJ-Karriere von 1947 - 1950 mit mehrmonatiger Agitationsarbeit auch in der Bundesrepublik. Keßler sagte über diese Zeit: "Ich habe versucht, die Jugendverbände zu agitieren und dafür zu gewinnen, mit uns gegen die Pariser Verträge aufzutreten". 1950 wurde Keßler Chefinspektor der Volkspolizei, 1952 Generalmajor und Chef der Luftwaffeneinheiten der Kasernierten Volkspolizei. 1955/56 studierte er an der Akademie der sowjetischen Luftstreitkräfte. Von 1956 bis 1967 war er Chef der Luftstreitkräfte/Luftverteidigung der NVA und Stellvertreter des Verteidigungsministers. Anschließend wurde er Chef des Hauptstabes der NVA. Von 1979 bis 1985 leitete er die Politische Hauptverwaltung und übernahm am 3. Dezember 1985 das Amt des verstorbenen Heinz Hoffmann als Armeegeneral und Verteidigungsminister. 1986 wurde er Mitglied des Politbüros des ZK der SED. 1990 wurde Keßler aus der in PDS umbenannten SED ausgeschlossen. Nach dem Fall der Berliner Mauer musste er sich zusammen mit ehemaligen Parteiführern und den anderen Mitgliedern des Nationalen Verteidigungsrates der DDR wegen des sogenannten Schießbefehls vor Gericht verantworten. 1991 kam Keßler in Untersuchungshaft wegen des sogenannten Schießbefehl-Prozesses und wurde am 16. September 1993 zu einer siebeneinhalbjährigen Gefängnisstrafe wegen "unmittelbarer Täterschaft" verurteilt. Im Frühjahr 1998 wurde er nach 4 1/2 Jahren Haft vorzeitig aus dem Gefängnis Berlin-Hakenfelde entlassen. Die Reststrafe von 3 Jahren und drei Monaten wurde zur Bewährung ausgesetzt. begründet wurde die vorzeitige Entlassung mit dem hohen Alter, der angeschlagenen Gesundheit und guter Führung in der Haft. Seitdem lebt Keßler mit seiner Frau Ruth im Berliner Bezirk Lichtenberg. 2009 trat er der DKP bei. Ehrungen
Über den Autor:
|
![]() |
| ![]() |
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
DDR; DDR-Lexikon; Musik, Bilder, Produkte & Kultur aus dem Osten; Geschichten aus dem Alltag; Politik & Staatswesen, Ostalgie, Historisches | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||





